So nutzt du den Renditerechner
- Investierter Betrag – alles, was die Anlage gekostet hat, einschließlich Ordergebühren, Ausgabeaufschlägen oder Kaufnebenkosten.
- Erhaltener Betrag – was du zurückbekommen hast: Verkaufserlös oder aktueller Wert nach Verkaufskosten, plus alle Dividenden, Zinsen oder Mieteinnahmen.
- Anlagedauer – optional. Mit der Zahl der Jahre berechnet der Rechner die Rendite pro Jahr.
Die Formel
Rendite (ROI) = (erhaltener Betrag − investierter Betrag) ÷ investierter Betrag × 100
Beispiel: Du kaufst Aktien für 10.000 €, erhältst 400 € Dividenden und verkaufst für 14.600 €. Der erhaltene Betrag ist 15.000 €, die Rendite also (15.000 − 10.000) ÷ 10.000 × 100 = 50 %. Ein negatives Ergebnis bedeutet Verlust: Ein Verkauf für 8.000 € ergibt −20 %.
Rendite pro Jahr
50 % in einem Jahr sind hervorragend, in zehn Jahren eher bescheiden. Die durchschnittliche jährliche Rendite (auch CAGR, „Compound Annual Growth Rate“) rechnet jede Gesamtrendite in einen gleichmäßigen Jahreszins mit Zinseszins um:
Rendite pro Jahr = (erhalten ÷ investiert)1 / Jahre − 1
Aus 10.000 €, die in 3 Jahren zu 15.000 € wurden: 1,51/3 − 1 = 14,47 % pro Jahr. Einfach 50 % durch 3 zu teilen, ergäbe 16,67 % und würde die Rendite überschätzen, weil der Zinseszins fehlt.
| Jahre | Gesamtrendite | Rendite pro Jahr |
|---|---|---|
| 1 | 50 % | 50 % |
| 2 | 50 % | 22,47 % |
| 3 | 50 % | 14,47 % |
| 5 | 50 % | 8,45 % |
| 10 | 50 % | 4,14 % |
Die Rendite pro Jahr ist die Zahl, die du mit anderen Möglichkeiten vergleichen solltest, etwa dem Zins von Tages- oder Festgeld.
Beispiel Immobilie: Mietrendite
Bei vermieteten Wohnungen wird oft die Bruttomietrendite genannt: Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100. Eine Wohnung für 250.000 € mit 10.000 € Jahreskaltmiete hat 4 % Bruttomietrendite. Aussagekräftiger ist die Nettomietrendite, bei der du die Kaufnebenkosten zum Preis addierst und nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltung und Leerstand von der Miete abziehst – sie liegt oft deutlich niedriger.
Was in eine ehrliche Rendite gehört
- Alle Kosten: Ordergebühren, Depotgebühren, Fondskosten, bei Immobilien Kaufnebenkosten und Reparaturen.
- Alle Erträge: Dividenden, Zinsen und Mieteinnahmen gehören zum erhaltenen Betrag.
- Steuern: Für die Rendite nach Steuern ziehst du die Abgeltungsteuer auf den Gewinn vom erhaltenen Betrag ab.
- Inflation: 2 % Rendite pro Jahr bei 2 % Inflation erhalten nur die Kaufkraft.
Grenzen der Kennzahl
- Zwischenzeitliche Einzahlungen bildet die einfache Rendite nicht ab. Bei einem Sparplan mit vielen Raten hilft der interne Zinsfuß, in Excel und LibreOffice mit der Funktion XINTZINSFUSS.
- Risiko zeigt sie nicht: Zwei Anlagen mit gleicher Rendite können sehr unterschiedlich schwanken.
- Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.
Für Projekte im Unternehmen hilft der Break-even-Rechner, für Preise der Margenrechner.
Wichtig: Die Ergebnisse sind Schätzungen zur Orientierung und keine Finanz- oder Steuerberatung. Verbindlich sind die Unterlagen deiner Bank; unabhängigen Rat bekommst du zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen
Was ist eine gute Rendite?
Das hängt vom Risiko und der Dauer ab. Ein guter Maßstab ist, was eine risikoarme Alternative wie Tages- oder Festgeld im selben Zeitraum gebracht hätte. Eine riskantere Anlage sollte deutlich darüber liegen.
Kann die Rendite negativ sein?
Ja. Eine negative Rendite bedeutet, dass du weniger zurückbekommen hast, als du investiert hast. Ohne Kredit ist −100 % der schlimmste Fall, der Totalverlust.
Was ist der Unterschied zwischen Gesamtrendite und Rendite pro Jahr?
Die Gesamtrendite gilt für die gesamte Haltedauer. Die Rendite pro Jahr verteilt sie mit Zinseszins auf die einzelnen Jahre, damit sich Anlagen mit unterschiedlicher Dauer fair vergleichen lassen.
Wie berechne ich die Rendite eines Sparplans?
Bei regelmäßigen Einzahlungen reicht die einfache Formel nicht, weil sie den Zeitpunkt der Einzahlungen ignoriert. Nutze den internen Zinsfuß, zum Beispiel mit der Tabellenfunktion XINTZINSFUSS.
Was ist der Unterschied zwischen Rendite und Gewinnmarge?
Die Rendite setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital, die Gewinnmarge ins Verhältnis zum Umsatz. Ein Produkt kann eine kleine Marge, aber eine hohe Rendite haben, wenn es sich schnell und mit wenig Kapitaleinsatz verkauft.
Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2026