So nutzt du den Break-even-Rechner
- Fixkosten – alles, was unabhängig von der Absatzmenge anfällt: Miete, Gehälter, Leasing, Versicherungen, Software. Nimm einen festen Zeitraum, etwa einen Monat.
- Preis pro Stück – dein Netto-Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer.
- Variable Kosten pro Stück – was mit jedem Verkauf zusätzlich anfällt: Wareneinsatz, Verpackung, Versand, Zahlungsgebühren, Provisionen.
- Zielgewinn – optional, für dieselbe Periode wie die Fixkosten.
Die Formeln
- Deckungsbeitrag pro Stück = Preis − variable Kosten
- Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück
- Deckungsbeitragsquote = Deckungsbeitrag ÷ Preis
- Break-even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote
- Menge für einen Zielgewinn = (Fixkosten + Zielgewinn) ÷ Deckungsbeitrag pro Stück
Der Deckungsbeitrag ist der zentrale Begriff der Kostenrechnung: der Teil jedes Verkaufs, der nach den variablen Kosten übrig bleibt und zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Sind alle Fixkosten gedeckt, wird jeder weitere Deckungsbeitrag zu Gewinn.
Beispiel
Ein kleiner Onlineshop hat Fixkosten von 12.000 € im Monat. Ein Produkt kostet netto 25 €, die variablen Kosten liegen bei 10 €. Der Deckungsbeitrag beträgt 15 € pro Stück, die Deckungsbeitragsquote 60 %.
- Break-even-Menge: 12.000 € ÷ 15 € = 800 Stück im Monat
- Break-even-Umsatz: 12.000 € ÷ 0,60 = 20.000 €
- Für 3.000 € Gewinn: (12.000 € + 3.000 €) ÷ 15 € = 1.000 Stück
Welche Stellschraube am meisten bringt
Schon kleine Änderungen verschieben die Gewinnschwelle deutlich:
| Szenario | Deckungsbeitrag | Break-even (Stück) |
|---|---|---|
| Ausgangslage | 15,00 € | 800 |
| Preis auf 27 € | 17,00 € | 706 |
| Variable Kosten auf 9 € | 16,00 € | 750 |
| Fixkosten 10 % niedriger (10.800 €) | 15,00 € | 720 |
Eine Preiserhöhung um 2 € wirkt hier stärker als 10 % weniger Fixkosten, weil sie den Deckungsbeitrag jedes einzelnen Verkaufs erhöht. Ob der Markt den höheren Preis mitträgt, ist natürlich eine andere Frage.
Grenzen der Break-even-Analyse
- Sie unterstellt einen festen Preis und konstante variable Kosten. In der Realität gibt es Mengenrabatte beim Einkauf und Rabatte für Kunden.
- Fixkosten sind nur innerhalb eines Bereichs fix: Ab einer bestimmten Menge brauchst du mehr Lager, Personal oder Maschinen.
- Bei mehreren Produkten rechnest du mit einem durchschnittlichen Deckungsbeitrag, gewichtet nach dem Absatzmix.
- Rechne mit Nettopreisen. Die Mehrwertsteuer ist ein durchlaufender Posten und gehört weder zum Umsatz noch zu den Kosten.
- Ertragsteuern sind nicht enthalten. Für einen Gewinn nach Steuern teilst du den gewünschten Betrag durch (1 − Steuersatz) und trägst das Ergebnis als Zielgewinn ein.
Wie viel Gewinn in jedem Preis steckt, zeigt der Margenrechner. Die Ergebnisse sind Rechenwerte zur Orientierung und ersetzen keine betriebswirtschaftliche Beratung.
Häufige Fragen
Was ist der Deckungsbeitrag?
Der Preis eines Stücks minus seine variablen Kosten – also der Betrag, den jeder Verkauf zur Deckung der Fixkosten und nach dem Break-even zum Gewinn beiträgt. Als Quote ist er der Anteil jedes Umsatz-Euros, der nach den variablen Kosten bleibt.
Warum zeigt der Rechner einen Fehler, wenn der Preis unter den variablen Kosten liegt?
Dann vergrößert jeder Verkauf den Verlust. Mehr zu verkaufen macht es schlimmer, und es gibt keine Gewinnschwelle, bis du den Preis erhöhst oder die variablen Kosten senkst.
Warum wird die Break-even-Menge aufgerundet?
Weil sich keine Bruchteile verkaufen lassen. Liegt das exakte Ergebnis bei 416,7 Stück, bleibt mit 416 Stück noch ein kleiner Verlust; erst 417 Stück decken die Fixkosten. Den exakten Wert zeigt die Erläuterung unter dem Ergebnis.
Gehört die Mehrwertsteuer in die Rechnung?
Nein. Preis und Kosten gibst du netto ein. Kleinunternehmer, die keine Umsatzsteuer ausweisen, rechnen dagegen mit dem Endpreis und mit Kosten inklusive Mehrwertsteuer.
Wie oft sollte ich die Gewinnschwelle neu berechnen?
Immer wenn sich Preise, Einkaufskosten oder Fixkosten ändern, etwa durch eine neue Miete, Gehaltserhöhungen oder eine Preisanpassung. Viele prüfen sie mindestens einmal im Jahr bei der Budgetplanung.
Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2026