So nutzt du den Altersvorsorge-Rechner
- Aktuelles Alter und Renteneintrittsalter – der Abstand ist die Zeit, in der dein Vermögen wachsen kann. Die Regelaltersgrenze in Deutschland liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 67 Jahren.
- Bisheriges Vorsorgevermögen – was du schon für den Ruhestand zurückgelegt hast, etwa in einem ETF-Depot oder einer privaten Rentenversicherung.
- Monatliche Sparrate – was jeden Monat dazukommt, einschließlich Arbeitgeberzuschüssen oder Zulagen.
- Erwartete Rendite – deine Annahme für die durchschnittliche Jahresrendite vor Inflation.
- Erwartete Inflation – damit rechnet der Rechner das Ergebnis in heutige Kaufkraft um. Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig 2 % an.
- Jährliche Erhöhung – optional; bildet ab, dass du die Sparrate mit dem Gehalt steigerst.
So rechnet der Rechner
Jedes Jahr hat zwölf Monatsraten, die am Monatsende eingezahlt werden. Die Jahresrendite wird in den gleichwertigen Monatszins (1 + r)1/12 − 1 umgerechnet, sodass ein Guthaben ohne neue Einzahlungen genau um die Jahresrendite wächst. Nach jedem Jahr steigt die Sparrate um die eingegebene Erhöhung. Zum Schluss wird das Vermögen durch (1 + Inflation)Jahre geteilt – das ist sein Wert in heutigem Geld.
Beispiel
Du bist 35, hast 20.000 € angespart und legst 300 € im Monat zurück, jedes Jahr 2 % mehr. Du rechnest mit 5 % Rendite und 2 % Inflation und willst mit 67 in Rente gehen – in 32 Jahren.
- Vermögen mit 67: 448.798 €.
- Davon hast du 179.217 € selbst eingezahlt; 269.581 € sind Wertzuwachs.
- In heutiger Kaufkraft entspricht das etwa 238.147 €.
- Nach der 4-%-Regel ergibt das rund 9.526 € pro Jahr (794 € im Monat) in heutigem Geld – zusätzlich zur gesetzlichen Rente.
Warum ein früher Start so viel bringt
300 € im Monat bei 5 % Rendite bis 67, ohne Startkapital:
| Startalter | Jahre | Eingezahlt | Vermögen mit 67 |
|---|---|---|---|
| 25 | 42 | 151.200 € | 497.893 € |
| 35 | 32 | 115.200 € | 277.233 € |
| 45 | 22 | 79.200 € | 141.767 € |
| 55 | 12 | 43.200 € | 58.603 € |
Wer mit 25 statt 35 beginnt, zahlt 36.000 € mehr ein, hat am Ende aber deutlich mehr – die zusätzlichen Jahre Zinseszins machen den Unterschied.
Die drei Säulen der Altersvorsorge
- Gesetzliche Rente. Wie hoch sie voraussichtlich ausfällt, steht in der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung, die Versicherte ab 27 Jahren jährlich bekommen. Einen Überblick über alle Ansprüche bietet die Digitale Rentenübersicht.
- Betriebliche Altersvorsorge. Bei der Entgeltumwandlung muss der Arbeitgeber in der Regel 15 % zuschießen, soweit er Sozialabgaben spart.
- Private Vorsorge. Etwa ein ETF-Sparplan, eine Riester- oder Basisrente (Rürup). Förderungen und Kosten unterscheiden sich stark – lass dich im Zweifel unabhängig beraten, zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale.
Die Differenz zwischen deinem letzten Nettoeinkommen und der zu erwartenden Rente nennt man Rentenlücke. Dieser Rechner zeigt, wie viel private Vorsorge sie schließen könnte. Beachte, dass Renten heute großteils nachgelagert besteuert werden. In Österreich (gesetzliche Pension, Abfertigung, private Vorsorge) und der Schweiz (AHV, Pensionskasse, Säule 3a) ist das System ähnlich in Säulen aufgebaut.
Die 4-%-Regel
Die Regel stammt aus einer Studie des US-Finanzplaners William Bengen von 1994 mit historischen US-Aktien- und Anleihenrenditen: Wer im ersten Ruhestandsjahr 4 % seines Vermögens entnimmt und den Betrag danach jährlich an die Inflation anpasst, wäre in allen untersuchten Zeiträumen mindestens 30 Jahre ausgekommen. Sie ist eine Faustregel, keine Garantie: Sie beruht auf US-Daten, gilt für etwa 30 Jahre Ruhestand und hängt davon ab, wann gute und schlechte Börsenjahre kommen. Viele planen deshalb vorsichtiger mit 3 bis 3,5 %. Umgekehrt gelesen: Wer 12.000 € im Jahr aus dem Vermögen entnehmen möchte, braucht nach der Regel etwa das 25-Fache, also 300.000 €.
Wichtig: Die Ergebnisse sind Schätzungen zur Orientierung und keine Finanz- oder Steuerberatung. Verbindlich sind die Unterlagen deiner Bank; unabhängigen Rat bekommst du zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen
Wie viel Geld brauche ich für den Ruhestand?
Ein gängiger Ausgangspunkt ist das 25-Fache der jährlichen Summe, die du zusätzlich zur gesetzlichen Rente und Betriebsrente aus deinem Vermögen brauchst. Das folgt aus der 4-%-Regel.
Mit welcher Rendite soll ich rechnen?
Für Geldanlagen gibt es keinen garantierten Zins. Rechne am besten mit mehreren Werten, zum Beispiel 3 %, 5 % und 7 %, um eine Spanne möglicher Ergebnisse zu sehen, statt dich auf eine Zahl zu verlassen.
Ist die gesetzliche Rente im Ergebnis enthalten?
Nein. Der Rechner zeigt nur dein eigenes Vorsorgevermögen. Deine voraussichtliche gesetzliche Rente steht in der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.
Was bedeutet „in heutiger Kaufkraft“?
Der nominale Betrag ist die Zahl, die später tatsächlich auf deinem Konto steht. In heutiger Kaufkraft zeigt, was dieser Betrag zu heutigen Preisen wert wäre – so lässt sich das Ergebnis mit deinen heutigen Ausgaben vergleichen.
Ist die 4-%-Regel sicher?
In historischen US-Daten hat sie für 30 Jahre Ruhestand funktioniert, eine Garantie ist sie nicht. Ein längerer Ruhestand, hohe Kosten oder schlechte Börsenjahre direkt zu Rentenbeginn können 4 % zu viel machen. Viele passen ihre Entnahmen deshalb flexibel an.
Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2026