So berechnest du den Zeugungstermin
- Ausgangspunkt wählen: am häufigsten den errechneten Geburtstermin (ET) aus dem Mutterpass. Alternativ den ersten Tag der letzten Periode, das Datum eines Ultraschalls mit der dort bestimmten Schwangerschaftswoche – oder, wenn das Kind schon geboren ist, das Geburtsdatum und die SSW bei der Geburt.
- Datum eingeben und je nach Methode die Zykluslänge oder Wochen und Tage.
- Ergebnis lesen: der wahrscheinlichste Tag der Zeugung, die Tage, an denen Geschlechtsverkehr am ehesten zur Schwangerschaft führte, ein weiterer Zeitraum, der die Ungenauigkeit der Datierung berücksichtigt, und der Geburtstermin.
So wird gerechnet
Die Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Periode gezählt, also rund zwei Wochen vor der eigentlichen Befruchtung. Der Geburtstermin liegt nach der Naegele-Regel 280 Tage (40 Wochen) nach diesem Tag. Die Zeugung findet um den Eisprung statt, bei einem 28-Tage-Zyklus etwa am 14. Tag – und damit rund 266 Tage (38 Wochen) vor dem Geburtstermin.
| Ausgangspunkt | Wahrscheinlichster Zeugungstermin |
|---|---|
| Geburtstermin | ET − 266 Tage |
| Letzte Periode | erster Tag + (Zykluslänge − 14) Tage |
| Ultraschall | Datum − SSW beim Ultraschall + 14 Tage |
| Geburtsdatum | Geburtsdatum − SSW bei der Geburt + 14 Tage |
Die Zykluslänge ist wichtig: Vom Eisprung bis zur nächsten Periode vergehen ziemlich gleichbleibend etwa 14 Tage. Bei einem 32-Tage-Zyklus liegt der Eisprung deshalb meist um den 18. Tag, bei 25 Tagen um den 11. Tag. Beim Geburtsdatum braucht der Rechner die SSW bei der Geburt, weil kaum ein Baby genau am ET kommt: Ein Kind, das mit 37+0 geboren wurde, ist rund drei Wochen später gezeugt worden als eines, das am selben Tag mit 40+0 zur Welt kam.
Beispiel
Dein errechneter Geburtstermin ist der 8. Oktober 2026. 266 Tage davor liegt der 15. Januar 2026 – der wahrscheinlichste Zeugungstermin; die letzte Periode begann rechnerisch am 1. Januar. Geschlechtsverkehr zwischen dem 10. und 16. Januar kommt am ehesten infrage. Mit der üblichen Ungenauigkeit von ± 7 Tagen kann die Befruchtung zwischen dem 8. und 22. Januar stattgefunden haben. Geht man stattdessen von einer Periode am 1. Januar und einem 32-Tage-Zyklus aus, rückt die Zeugung auf etwa den 19. Januar und der Geburtstermin auf den 12. Oktober.
Empfängniszeitraum und fruchtbare Tage
Die Befruchtung selbst ist nur in den 12 bis 24 Stunden nach dem Eisprung möglich, solange die Eizelle lebt. Spermien halten deutlich länger durch – im Körper der Frau meist bis zu etwa fünf Tage. Eine viel zitierte Studie von Allen Wilcox und Kollegen im New England Journal of Medicine (1995) fand, dass Schwangerschaften aus Geschlechtsverkehr in einem Fenster von sechs Tagen entstanden, das am Tag des Eisprungs endet. Deshalb reicht das Zeitfenster im Rechner von fünf Tagen vor dem wahrscheinlichsten Zeugungstermin bis einen Tag danach.
Wie genau ist das Ergebnis?
Das Ergebnis ist nur so genau wie das Datum, von dem du ausgehst. Der Eisprung kommt nicht jeden Monat am selben Zyklustag, auch bei regelmäßigem Zyklus, und verschiebt sich durch Stress, Krankheit, Stillen oder nach dem Absetzen der Pille. In Deutschland wird der ET nach den Mutterschafts-Richtlinien beim ersten Basis-Ultraschall (8+0 bis 11+6) überprüft und, wenn nötig, im Mutterpass korrigiert. Wie stark die Datierung per Ultraschall streut, beschreibt die US-Fachgesellschaft ACOG je nach Schwangerschaftswoche; diese Spannen nutzt der Rechner bei der Ultraschall-Methode:
| SSW beim Ultraschall | Spanne |
|---|---|
| bis 8+6 | ± 5 Tage |
| 9+0 bis 15+6 | ± 7 Tage |
| 16+0 bis 21+6 | ± 10 Tage |
| 22+0 bis 27+6 | ± 14 Tage |
| ab 28+0 | ± 21 Tage |
Bei Geburtstermin, Periode oder Geburtsdatum rechnet der Rechner mit ± 7 Tagen, der Spanne des ersten Trimesters – die meisten Termine werden früh per Ultraschall bestätigt. Nach einer IVF ist der Tag der Befruchtung genau bekannt: Er ist der Tag, an dem die Eizelle im Labor befruchtet wurde.
Kann der Zeugungstermin zeigen, wer der Vater ist?
Nein. Ein berechneter Zeugungstermin taugt nicht als Vaterschaftsnachweis. Lagen zwei mögliche Partner nur ein bis zwei Wochen auseinander, lassen sie sich über das Datum nicht sicher unterscheiden: Das Zeitfenster umfasst schon rund eine Woche, der Eisprung schwankt, und die Datierung hat ihre eigene Spanne. Selbst Geschlechtsverkehr außerhalb des Fensters lässt sich nicht sicher ausschließen. Klarheit bringt nur ein DNA-Vaterschaftstest. In Deutschland ist er nach der Geburt möglich, wenn die Betroffenen einwilligen; vor der Geburt erlaubt das Gendiagnostikgesetz ihn nur in eng begrenzten Ausnahmefällen. Beraten können dich deine Frauenarztpraxis, eine Hebamme oder eine Schwangerschaftsberatungsstelle.
Wann du ärztlichen Rat brauchst
In der Schwangerschaft gilt der Termin, den deine Ärztin, dein Arzt oder deine Hebamme festlegt – meist nach dem ersten Ultraschall –, nicht der eines Rechners. Geh früh zur Vorsorge und such bei starken Blutungen oder heftigen Schmerzen sofort Hilfe. Vom Zeugungstermin aus weiterrechnen kannst du mit dem Geburtstermin-Rechner; wenn du schwanger werden möchtest, zeigt der Eisprungrechner deine nächsten fruchtbaren Tage.
Wichtig: Die Ergebnisse sind Schätzungen zur allgemeinen Information und keine medizinische Beratung. Sie ersetzen nicht die Einschätzung durch eine Ärztin, einen Arzt, eine Hebamme, eine Ernährungsfachkraft oder andere Fachleute.
Quellen
- American College of Obstetricians and Gynecologists, Methods for Estimating the Due Date (Committee Opinion 700, 2025 bestätigt).
- Wilcox AJ, Weinberg CR, Baird DD. Timing of sexual intercourse in relation to ovulation. N Engl J Med, 1995.
- Gemeinsamer Bundesausschuss, Mutterschafts-Richtlinie.
- § 17 Gendiagnostikgesetz (Abstammungsuntersuchungen).
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Zeugungstermin anhand des Geburtstermins?
Zieh 266 Tage (38 Wochen) vom errechneten Geburtstermin ab. Bei einem ET am 8. Oktober 2026 ergibt das den 15. Januar 2026. Rechne mit etwa einer Woche Spielraum in beide Richtungen, denn Eisprung und Geburtstermin sind Schätzungen.
Ist der Zeugungstermin der Tag des Geschlechtsverkehrs?
Nicht unbedingt. Spermien überleben mehrere Tage, deshalb kann der Geschlechtsverkehr, der zur Schwangerschaft führte, bis zu etwa fünf Tage vor der Befruchtung gewesen sein. Diese Tage zeigt das Zeitfenster im Ergebnis.
Kann ich mit dem Rechner herausfinden, wer der Vater ist?
Nein. Die Daten sind zu ungenau, um Partner zu unterscheiden, mit denen es nur ein bis zwei Wochen auseinander Geschlechtsverkehr gab. Eine Vaterschaft kann nur ein DNA-Test klären.
Wie genau ist der Zeugungstermin nach einem Ultraschall?
Ein Ultraschall im ersten Trimester ist die genaueste Methode, mit einer Spanne von etwa 5 bis 7 Tagen. Spätere Untersuchungen sind ungenauer: etwa ± 10 Tage zwischen 16+0 und 21+6 und bis zu ± 21 Tage im letzten Trimester.
Wie finde ich heraus, wann ich selbst gezeugt wurde?
Wähle „Geburtsdatum des Babys“, gib deinen Geburtstag ein und, falls bekannt, die Schwangerschaftswoche, in der du geboren wurdest – sie steht oft im Mutterpass oder Kinderuntersuchungsheft. Kamst du etwa am Termin, liegt deine Zeugung ungefähr 266 Tage vor deinem Geburtstag.
Was ist bei unregelmäßigem Zyklus?
Die Periodenmethode geht davon aus, dass der Eisprung etwa 14 Tage vor der nächsten Periode liegt. Bei unregelmäßigem Zyklus kann das eine Woche oder mehr danebenliegen – der per Ultraschall bestätigte Geburtstermin liefert dann das bessere Ergebnis.
Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2026